Mittwoch, 1. Juni 2016

Kapitel 6 Part 2.5

Diese alte Frau hier hilft, wo sie nur kann“, entgegnete die Alte, „und diese hier erwartet dafür keine Gegenleistung. Nein, nein, keine Gegenleistung.“
„Es schadet mir nicht, auf dem Rückweg hier vorbei zu kommen, ganz im Gegenteil. Wenn ich dein Zuhause entdecke, dann weiß ich immerhin, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde. Es macht wirklich keine Umstände.“
Dieser hier muss erst den Ausgang des Waldes finden. Einfach wird dies nicht. Nein, nein. Nicht einfach...auf keinen Fall.“
„Hab Vertrauen in mich, Mistral. Ich habe es so weit geschafft, ich werde auch hier meinen Weg finden. Die Götter stehen mir bei, weißt du.“
Die Hausbesitzer kniff misstrauisch die Augen zusammen: „Götter? Welche Götter? So etwas gibt es hier nicht, sei nicht töricht. Diese hier weiß es. Ja, sie weiß es!“
Karas war nicht überrascht. Der Pater hatte ihm bereits im Kloster erzählt, dass der Glaube außerhalb der Klostermauern nur sehr schwer zu finden sei. Das Volk hatte den Glauben in die allmächtige Kraft der Herren verloren. Eine echte Schande, wie er feststellen musste.
Du irrst dich, Mistral. Ich habe sie gesehen...mit meinen eigenen Augen! Sie haben sich mir geöffnet und gezeigt, wie viel Macht in ihnen steckt. Es gibt sie und sie wachen über uns Gläubige. Jeden Tag, ohne eine einzige Ausnahme.“
Die Frau schien überhaupt nicht überzeugt. „Götter sollten über alle wachen und nicht nur über die Gläubigen, denkt diese hier. Du hast nichts gesehen, nichts. Vermutlich nur tief und fest geträumt und fantasiert. Du junger Narr.“

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